[gnd] Stellungnahme KOBV zum Übergangsszenario GND
Beate Rusch
rusch at zib.de
Mon Feb 1 09:32:51 CET 2010
Sehr geehrte Kollegen und Kolleginnen,
mit etwas Verspätung hier nun die Stellungnahme des KOBV zu
dem von der DNB vorlegten GND-Nummernkonzept und Übergangsszenario.
Im Prinzip schliessen wir uns den Aussagen der Kollegen aus dem
BVB und hbz/OBV an. Auch wir vermissen Beispiele in MARC 21, die
im Zusammenspiel mit den Titeln die möglichen Szenarien im Daten-
austausch deutlich machen. Wir erwarten, dass hier Beispiele
nachgereicht werden, die Neuaufnahmen, Änderungen, Umlenkungen
und Löschungen abbilden.
Wir begrüssen es, dass in dem Nummernkonzept die alten Nummern
aus den drei Dateien GKD, SWD, PND mitgeführt werden. Diese Nummern
bilden besonders für den Aufbau der GND in den Verbund- und Lokal-
systemen die Grundlage.
Auch hinsichtlich der Kommentare von BVB und hbz/OBV zum Übergangs-
szenario schliessen wir uns an. Es verfestigt sich der Eindruck, als
verstünden die DNB und die Verbünde unterschiedliche Sachverhalte,
wenn von möglichen Übergangsszenarien die Rede ist.
Deshalb versuchen wir hier noch einmal zur Klärung beizutragen.
Die Implementierung der GND hat enorme Auswirkungen nicht nur auf
die Verbundsysteme sondern auch auf die belieferten Lokalsysteme.
Zu bedenken sind zudem die Lokalsysteme, die nicht von den in den
Verbundsystemen vorgehaltenen Normdateien profitieren, sondern
als Linkingpartner eine oder mehrere Normdateien direkt von der
DNB beziehen.
In den Verbundsystemen hat die Implementierung der GND Rückwirkungen
auf:
a) Die Datenpflege über die Onlineschnittstelle (diese verlangt in
den Aleph-Verbünden zur Zeit MAB).
b) Die internen Datenstrukturen. Hier bildet ALEPH zur Zeit die
Normdaten in 3 Dateien und nicht in 1 Datei ab.
Damit zusammenhängend auch die Datenflüsse hinsichtlich der Versorgung
der Lokalsysteme (sämtliche Programme gehen z.Z. von 3 Dateien aus).
c) Die Verknüpfung von Normdaten und Titeldaten.
Veränderte Nummern bzw. veränderte, interne Datenstrukturen machen
eine Neuindexierung des gesamten Datenbestandes (Titel und Normdaten)
notwendig.
Die Verknüpfung zwischen Titeln und Normdatum basiert auf der
Ansetzungsform und der Identnummer.
Mit der Implementierung der GND und dem Einstellen der getrennten
Lieferungen
in drei Dateien sind alle oben genannten Bereiche gleichzeitig betroffen.
Ziel eines Übergangsszenarios muss es sein, die Bereiche von einander
zu entzerren und die Realisierung der neuen GND-Strukturen in der
DNB, den Verbünden und auch Lokalsystemen zeitlich voneinander zu
entkoppeln.
Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass alle Verbünde und alle
Lokalsysteme
gleichzeitig ihre Datenstrukturen ändern können. Das bedeutet im
Umkehrschluss,
dass in einer Übergangszeit sowohl die alten wie auch die neuen Strukturen
bedient werden müssen.
Das Übergangsszenario, das von der DNB vorgelegt wurde, betrifft in erster
Linie den Punkt a. Der Aufbau der GND und die aktuelle Pflege der Daten
werden voneinander getrennt. Das Merging von Entitäten wird vom Aufbau
zeitlich getrennt. Angesprochen wird, dass die Online-Schnittstelle
in einem noch zu definierenden Zeitraum nicht zur Verfügung steht.
Kein Übergangsszenario dagegen wird vorgelegt zu den Punkten b und
c. Hierzu bitten wir die DNB sich noch einmal zu äussern und zu Konzept
vorzulegen, wie alte und neue Datenstrukturen gleichzeitg bedient werden
können und mit welchen Einschränkungen hier ggf. bei den Datenlieferungen
zu rechnen ist.
Wir bedanken und für Ihre Mühe und verbleiben mit vielen Gruessen
aus dem weissen, eisgefrorenen Berlin
Beate Rusch
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