[gnd] Bericht zum Starttreffen im gnd-Projekt
Hengel-Dittrich, Christina
hengel at dbf.ddb.de
Mon Jun 27 09:41:33 CEST 2005
Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
mit dieser Mail eröffnen wir die neue Mailingliste "gnd" und beginnen damit gleichzeitig unser gemeinsames Arbeitsvorhaben "Entwicklung eines Gemeinsamen Normdatenformats (GND)". Die Mailingliste wird innerhalb des Projektes als wichtiges Kommunikationsmedium für die Diskussion und Beschlußfassung der beteiligten Expertengruppen PND, RSWK/SWD, GKD und Datenformate dienen.
Das Starttreffen des GND-Projekts fand am am 9. Mai 2005 in der Deutschen Bibliothek Frankfurt am Main statt. (Aus der externen Projektgruppe konnten Frau Meschkat und Frau Rusch leider nicht teilnehmen, Frau Schmohl war noch nicht benannt.)
Wir möchten Ihnen die Ergebnisse des Treffens kurz vorstellen. Die Darstellung dient gleichzeitig als Protokoll für die Projektgruppe. Wenn Sie dazu Vorschläge, Kommentare oder Kritikpunkte haben, bitten wir Sie, sie über die Mailingliste einzubringen. Für alle organisatorischen Probleme im GND-Projekt ist Norbert Cobabus, cobabus at dbf.ddb.de, Ihr Ansprechpartner.
1. Projektorganisation
1.1. Projektgruppe
Als Mitglieder der GND-Projektgruppe sind von den Verbundleitungen bzw. den Mitgliedern des Standardisierungsausschusses folgende Personen benannt:
Edith Dilber (BVB),Dr. Barbara Block (GBV), Hermann Kronenberg (HBZ), Hans-Peter Schneider(HeBIS), Monika Denker (HeBIS), Anja Meschkat (Kalliope), Beate Rusch (KOBV), Karen Schmohl (Öffentliche Bibliotheken), Josef Labner (ÖVB), Stefan Wolf (SWB), Ulrike Junger (ZDB).
Aus der Arbeitsstelle für Standardisierung nehmen Christel Hengel, Barbara Pfeifer, Christine Frodl, Cornelia Diebel, Martin Kunz, Dorothea Barth, Renate Behrens-Neumann und Brigitte Bernhardt am Projekt teil, und weitere Mitarbeiter werden bei bestimmten Themenstellungen hinzugezogen.
1.2. Organisation der Projektarbeit
Die Arbeit der Projektgruppe wird weitgehend verteilt erfolgen. Regelmäßige Gruppentreffen wird es nur virtuell in Gestalt von vorbereiteten Telefonkonferenzen geben. Um dennoch kooperativ arbeiten zu können, ist ein gemeinsamer GND-Serverbereich eingerichtet, der auch für die Expertengruppen offensteht. Zum schnellen Informationsaustausch verwendet die Projektgruppe eine E-Mail-Verteilerliste.
Auf dem FTP-Server Der Deutschen Bibliothek ist ein eigener Bereich "gnd" eingerichtet worden: Zugreifbar unter ftp://gnd:kennwort@ddb.de Das Kennwort lautet "ghandi" (ohne Anführungszeichen). Der GND-Bereich ist zur Zeit noch leer (die Ordner "bin" und "lib" enthalten nur technische Dateien).
1.3. Arbeitsunterlagen im GND-Projekt
Im Projekt werden die folgenden Arbeitsunterlagen benutzt werden:
* MARC 21 Concise Format for Authority Data: http://www.loc.gov/marc/authority/ecadhome.html
* MARC 21 Authority Format, Loseblatt mit jährlichen Updates
* MADS, Metadata Authority Description Schema: Outline of Elements and Attributes in MADS (Mar. 10, 2005): http://www.loc.gov/standards/mads/mads-outline.html
* MAB2, 2. Auflage 1999, Loseblatt mit Updates
* ILTIS-Handbuch, 1.5: Feldverzeichnis DBF/DBL, Normdaten: http://support.ddb.de/iltis/feldverzeichnis/feldverzeichnis_dblf.pdf
* ILTIS-Handbuch, 1.5: Feldverzeichnis DMA, Normdaten: http://support.ddb.de/iltis/feldverzeichnis/feldverzeichnis_dma.pdf
* Redaktionsanleitung für die Personennamendatei (PND), Teil 4: PND-Anwendungsbeschreibung, Stand März 2005 (gnd- Server)
* ZETA-Arbeitsunterlagen, Teil C: http://www.zeitschriftendatenbank.de/katalogisierung/zeta.html#teilc
* Functional Requirements for Authority Records, A Conceptual Model, Draft 2004-11-15 (gnd-Server)
2. Grundlagen der Projektarbeit
Das Papier "Entwicklung eines gemeinsamen Normdatenformates, v1.2" wurde nochmals durchgesprochen und im Wesentlichen bestätigt.
2.1. Zielsetzung und Vorgehensweise des GND-Projekt
Die bereits auf der Arbeitsgruppensitzung am 27.1.2005 vereinbarte Zielsetzung "Erstellung eines Gemeinsamen Normdatenformats mit der Zielsetzung einer Gemeinsamen Normdatei" sowie die Vorgehensweise darin wurden nochmals bestätigt:
Das GNF soll auf der Grundlage der bestehenden Dateiinhalte als ein gemeinsames Datenmodell entwickelt werden. Die Formatdarstellung soll im Austauschformat MARC 21 Authority erfolgen.
2.2. Zusammenhang mit benachbarten Projekten und Initiativen
Projekt Umstieg im Austauschformat auf MARC 21
Im GND-Projekt werden sicherlich wichtige Vorarbeiten für die Umstellung des Austauschformats auf MARC 21 geleistet werden. Zielsetzung ist aber nicht, eine abschließende Konkordanz zu entwickeln; dies wird im Umstiegsprojekt erfolgen. Die Darstellung der Normdatei im PICA-ILTIS-Format wird nicht Gegenstand des Projektes sein, steht aber zweifellos im Hintergrund, da dieses Format ebenso einen Rahmen für das Datenmodell darstellt wie MARC 21. Dasselbe gilt für das in den Alephsystemen verwendete Internformat.
Organisation der Normdaten-Kooperation
Von der Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme wurde die Bildung einer bzw. gegebenenfalls zweier Arbeitsgruppen angeregt, die sich mit der zukünftigen Organisation der Normdatenkooperation, -redaktion und -nutzung beschäftigen sollen. Frau Junger und Frau Hengel wurden gebeten, hier initiativ zu werden.
Entwicklung einer Online-Update-Schnittstelle für Normdaten
Hierzu fand im 28. April 2005 ein erstes Treffen in DDB statt, an dem Vertreter der Aleph-Verbünde, des Südwestverbundes, von Kalliope, Der Deutschen Bibliothek
sowie der Systemanbieter PICA, Ex-Libris und Astec teilnahmen. Auf diesem Treffen wurde beschlossen, nach dem vom HBZ vorgeschlagenen Realisierungsverfahren
eine gemeinsame Z39.50-Updateschnittstelle für die Normdateien PND, GKD, SWD und ZDB zu entwickeln und dabei auf den 1998 entwickelten Verfahren aufzubauen.
Die Replikation in die Verbünde soll über ein OAI-Verfahren erfolgen, analog zu dem Verfahren zwischen BVB und ZDB, das gerade eingeführt wird. Das Vorhaben soll im Rahmen eines Projektes durchgeführt werden, an dem alle Bibliotheksverbünde beteiligt sind. Für den Herbst 2005 sind bereits erste Tests zwischen PICA und Ex-Libris geplant. Nach deren erfolgreichen Verlauf sollen Funktionstests zwischen dem HBZ und Der Deutschen Bibliothek durchgeführt werden.
Die Deutsche Bibliothek hat hierzu einen Projekt- und Zeitplan vorgelegt, der zur Zeit mit den Verbünden abgestimmt wird. Die Einführung einer Normdatenupdateschnittstelle kann erhebliche Auswirkungen auf die zukünftige Organisation der Normdatenkooperation haben (vgl. oben).
2.3. Umstieg auf das GND-Format in der Normdatei
Die Teilnehmer verständigten sich darauf, ein weiteres Arbeitspaket zu definieren, in dem Umstiegsszenarien für die Einführung des GND-Formats aufgestellt werden, um den vor allem zeitlichen Risiken beim Umstieg vorzubeugen:
Der Zeitpunkt der Zusammenführung der Körperschaftssätze aus GKD und SWD, ein wesentlicher Punkt im Umstieg auf eine Gemeinsame Normdatei, ist von anderen Entwicklungen abhängig, vom Umstieg im Austauschformat auf MARC 21 und von der parallelen Regelentwicklung von AACR2 zu AACR3 bzw. jetzt zu RDA, mit einem nochmals veränderten Zeithorizont. Beim Umstieg auf das GND-Format und der Bildung einer gemeinsamen Normdatei kann es zu Ungleichzeitigkeiten unter den Lokalsystemen kommen. Die darin liegenden Risiken werden allerdings aufgrund der unterschiedlichen Gegebenheiten in den Verbünden in ihrer Relevanz unterschiedlich bewertet.
2.4. Anwendungsbereiche
Die Projektgruppe diskutierte über Ergänzung der automatischen Erschließung als Anwendungsbereich der Normdatei. (Der Anwendungsbereich war in der Arbeitssitzung am 27.1. 2005 ergänzt worden.) Zwar wurde die Nutzung der Normdatei für die automatische Erschließung als sinnvoll und machbar angesehen, das Aufnehmen von automatisch gebildeten Normsätzen aber als problematisch und mit dem Normierungscharakter der Normdatei unvereinbar angesehen. Demgegenüber wurde eingewandt, dass automatisch gewonnene Normsätze mit automatisch abgeleiteten identifizierenden Merkmalen zwar nicht zum Kern intellektuell gut gepflegter Normdaten gehören, aber gegen diesen Kern gemappt werden können und für den Nutzer in jedem Fall einen Mehrwert darstellen.
Das Thema konnte nicht ausdiskutiert werden, wird aber im Projektverlauf weiter besprochen werden.
Im Abschnitt "Anwendungsbereiche" wird der betreffende Passus zunächst gestrichen, und der Absschnitt umformuliert.
In der weiteren Diskussion wurde die Zielsetzung des Absatzes verdeutlicht: die Bereiche zu benennen, deren Anforderungen an die Normdatei in Zukunft "bedient" werden sollen. Der Abschnitt soll dahingehend formuliert werden, dass die Anforderungen der heutigen bzw. heute schon klar absehbaren Anwendungsbereiche berücksichtigt werden sollen.
3. Projekt- und Zeitplan
Der "Vorschlag zur Organisation des Projekts "Entwicklung eines gemeinsamen Normdatenformats" sowie zum Zeitplan" wurde mit kleinen Veränderungen nochmals bestätigt:
In AP 0, dritter Spiegelstrich, soll der veränderten Regelwerkssituation Rechnung getragen und AACR3 bzw. jetzt RDA ergänzt werden.
In AP 1a soll unter "Verantwortlich" die Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme ergänzt werden.
Bei den APs 4, 5 und 6 soll ein Verfahren zur Einführung neuer Entitäten mit berücksichtigt werden.
Zu dem neuen AP "Umstiegsszenarios" vergleiche 2.3..
Über die Zielrichtung von AP 2: Funktionales Konzept wurde ausführlich diskutiert. Das Arbeitspaket wird aus zwei Gründen für erforderlich gehalten: einmal zur Ableitung der an das Format zu richtenden Anforderungen zur Gestaltung von Entitäten, Datensätzen, Datenelementen und Relationen, zum anderen zur Begründung warum die Normdatei in Zeiten von Google für die Bibliotheken notwendig ist. Frau Hengel erklärte sich bereit, einen Rohentwurf zu erstellen, der von der Gruppe ergänzt werden soll. [Der Entwurf liegt der Projektgruppe mittlerweile (mit einiger Verspätung) vor.]
Die angepassten Papiere "Normdatenformat" und "Organisations- und Zeitplan" werden in der kommenden Woche auf den gnd-Server gestellt.
Die notwendigen Vorarbeiten für die nächsten Arbeitspakete wird AfS übernehmen.
Soviel zur Startsitzung des Projekts. Ich freue mich, dass es jetzt endlich inhaltlich wird!
Mit besten Grüßen
Christel Hengel
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Christel Hengel
Arbeitsstelle für Standardisierung
Arbeitsstelle Normdateien
Die Deutsche Bibliothek
Deutsche Bibliothek Frankfurt am Main
Adickesallee 1
D-60322 Frankfurt am Main
Telefon: +49-69-1525-1401
Telefax: +49-69-1525-1636
mailto:hengel at dbf.ddb.de
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