<html>
  <head>
    <meta content="text/html; charset=windows-1252"
      http-equiv="Content-Type">
  </head>
  <body bgcolor="#FFFFFF" text="#000000">
    <div class="moz-cite-prefix">Lieber Herr Berger,<br>
      <br>
      in den Fällen von Körperschaftshierarchien ist das "issuing" auch
      nicht immer leicht zu bestimmen. Im vorliegenden Fall ist das DBI
      selbst als Verlag genannt, hat also eigentlich das Werk
      veröffentlicht (das wäre das eisnschlägige LC-PCC PS unter 1. a).
      Aber es hat dies sicher auf Veranlassung der Kommission gemacht
      (dann sind wir bei Punkt 1. b) des LC-PCC PS). Und die
      Expertengruppe, wenn sie denn nicht direkt an der Veröffentlichung
      beteiligt war, hat ja zumindest den Inhalt des Werks geschaffen
      (damit sind wir dann bei 1. c) des LC-PCC PS).<br>
      <br>
      Sie können also m.E. für alle drei Körperschaften argumentieren,
      dass die im ersten Satz von RDA 19.2.1.1.1 beschriebene
      Vorbedingung (die Körperschaft ist "responsible for originating,
      issuing, or causing to be issued") zutrifft. Deshalb ist die
      entscheidende Frage wirklich, als wessen kollektives Gedankengut
      das Werk zu gelten hat. <br>
      <br>
      Was mich etwas bedrückt, ist, dass wir in nachgerade exegetische
      Diskussionen kommen können - unsere Maildiskussionen zeigen dies
      ja. So kann aber in der Praxis niemand arbeiten. Wir brauchen
      pragmatische, leicht anwendbare Regeln, die einigermaßen
      vernünftige Lösungen liefern (wenn sie vielleicht auch nicht in
      jedem Fall den tatsächlichen Gegebenheiten absolut Rechnung
      tragen). Ich denke, dass der jetzige Vorschlag dies leistet.<br>
      <br>
      Im Vergleich zum LC-PCC PS (unter "Subordinate Units") halte ich
      unsere Formulierung für etwas besser, weil sie klarer macht, dass
      es auch Fälle geben kann, in denen eine untergeordnete
      Körperschaft eigenes kollektives Gedankengut schafft, welches
      nicht zugleich das kollektive Gedankengut der übergeordneten
      Körperschaft ist. Unser Ausgangsbeispiel war, dass ein
      Regionalverband einer Partei eine eigenständige, nicht von der
      Gesamtpartei abgesegnete Stellungnahme zu etwas abgeben könnte.<br>
      <br>
      Zur Gestaltung des Titelblatts:<br>
      <br>
      Vielleicht sehe ich gerade den Wald vor lauter Bäumen nicht, aber
      mir scheint, dass man hier tatsächlich zwei
      Interpretationsmöglichkeiten hat:<br>
      - es steht nur eine einzige Körperschaft drauf, nämlich die
      Expertengruppe (angegeben durch ihren eigenen Namen und die
      Zuordnung zur Kommission)<br>
      - es stehen zwei Körperschaften drauf, nämlich einerseits die
      Kommission und andererseits die Expertengruppe (letztere nur mit
      ihrem eigenen Namen angegeben)<br>
      <br>
      In der RAK-Aufnahme der DNB wurde zwischen beides ein Komma
      gesetzt, was der ersten Interpretation entspricht.<br>
      <br>
      <blockquote type="cite">RAK für Online-Kataloge : Vorschläge für
        eine Reform / Kommission des Deutschen Bibliotheksinstituts für
        Erschliessung und Katalogmanagement, Expertengruppe
        Online-Kataloge ; Deutsches Bibliotheksinstitut. [Hrsg. und mit
        einer Einl. vers. von Margarete Payer. Die Texte wurden im
        Auftr. der Expertengruppe verf. von Hans Popst ...] </blockquote>
      <br>
      Diese Lesart würde ich eigentlich auch präferieren. Deshalb wäre
      es für mich interessant zu wissen, ob die Kommission noch einmal
      explizit an einer anderen Stelle auftaucht.<br>
      <br>
      Viele Grüße<br>
      Heidrun Wiesenmüller<br>
      <br>
      <br>
      <br>
      Am 03.07.2015 um 10:18 schrieb <a class="moz-txt-link-abbreviated" href="mailto:rda-info-liste@lists.dnb.de">rda-info-liste@lists.dnb.de</a>:<br>
    </div>
    <blockquote cite="mid:55964573.6010309@Gymel.com" type="cite">
      <pre wrap="">-----BEGIN PGP SIGNED MESSAGE-----
Hash: SHA1

Am 03.07.2015 um 09:05 schrieb <a class="moz-txt-link-abbreviated" href="mailto:rda-info-liste@lists.dnb.de">rda-info-liste@lists.dnb.de</a>:
</pre>
      <blockquote type="cite">
        <pre wrap="">Liebe Frau Payer,

vielen Dank für das Beispiel. Das Thema ist so trickreich, dass es gut ist, es
an verschiedenen Beispielen durchzudenken. Im Folgenden meine persönliche
Analyse; es lohnt aber sicher, dass wir das Beispiel auch in der Themengruppe
noch besprechen.

Ich habe den Band leider nicht zur Hand, deshalb muss ich erst mal nachfragen:
Ist denn die Kommission - also die mittlere Hierarchiestufe - in der Ressource
ebenfalls genannt? Die Angabe auf dem Titelblatt ist ja vermutlich so zu
interpretieren, dass hier nur die Expertengruppe - also die untere
Hierarchiestufe - genannt ist. Die geplante Regelung, die ich erwähnt hatte,
bezieht sich aber auf den Fall, dass in der Ressource wirklich mehrere
Körperschaften, die hierarchisch zusammenhängen, genannt sind:

</pre>
        <blockquote type="cite">
          <pre wrap="">Sind zwei oder mehr Körperschaften in der Ressource genannt, die in einer
hierarchischen Beziehung zueinander stehen, so hat in der Regel eine
untergeordnete Körperschaft das Werk im Auftrag der übergeordneten
Körperschaft ausgeführt.
</pre>
        </blockquote>
        <pre wrap="">
Hier ein Beispiel, wie so etwas aussehen kann:

</pre>
        <blockquote type="cite">
          <pre wrap="">Richtlinie für die Bewirtschaftung des hessischen Staatswaldes : RiBeS 2012 /
Hessisches Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und
Verbraucherschutz ; Herausgeber: Hessisches Ministerium für Umwelt, Energie,
Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Ab­teilung Forsten und Naturschutz 
</pre>
        </blockquote>
      </blockquote>
      <pre wrap="">

[
Auf dem Titelblatt: "Kommission des Deutschen Bibliotheksinstituts für
Erschließung und Katalogmanagement" neue Zeile: "Expertengruppe
Online-Kataloge"
der Titel: "RAK für Online-Kataloge : Vorschläge für eine Reform".
]

</pre>
      <blockquote type="cite">
        <pre wrap="">Aber nehmen wir einfach mal an, dass in dem Band alle drei Stufen getrennt
genannt sind:
- Deutsches Bibliotheksinstitut
- Deutsches Bibliotheksinstitut. Kommission für Erschließung und Katalogmanage
</pre>
      </blockquote>
      <pre wrap="">ment
</pre>
      <blockquote type="cite">
        <pre wrap="">- Deutsches Bibliotheksinstitut. Expertengruppe Online-Kataloge
</pre>
      </blockquote>
      <pre wrap="">
nicht vielmehr dreistufig

</pre>
      <blockquote type="cite">
        <pre wrap="">- Deutsches Bibliotheksinstitut. Kommission für Erschließung und
</pre>
      </blockquote>
      <pre wrap="">Katalogmanagement. Expertengruppe Online-Kataloge

Nach RDA werden ja "zugeordnete" Koerperschaften stark hierarchisch
/angesetzt/, vgl. etwa das Lehrbuch-Beispiel der Freunde der
Oesterreichischen Nationalbibliothek: Ein unabhaengiger Honroratioren-
verein, der wegen seiner /inhaltlichen/ Beschraenktheit als Teil
der OeNB angesetzt wird.


</pre>
      <blockquote type="cite">
        <pre wrap="">Dann ist es die Frage, *wessen* kollektives Gedankengut wir vor uns haben.
"Kollektives Gedankengut" meint dabei nach meinem Verständnis nicht, in den
Köpfen welcher Gruppe es entstanden ist, sondern vielmehr, welche Gruppe
dahinter steht - sozusagen mit wessen Autorität die Reformvorschlägen
präsentiert werden. Anders gesagt: Welche Körperschaft will mit der
Veröffentlichung etwas erreichen? Denn das "Damit-etwas-erreichen-Wollen" ist
ein ganz wesentlicher Aspekt beim Typ "Kollektives Denken".
</pre>
      </blockquote>
      <pre wrap="">
Hm. Ich wuerde das enger sehen: "Die Expertengruppe" hat formuliert
(einige Mitglieder staerker als andere, sie sind namentlich benannt),
also ist es ihr kollektives Gedankengut (analog Werk etc. zaehlt ja nicht
wirklich die Idee, sondern die Verschriftlichung).

Die anderen von Ihnen genannten Aspekte sind m.E. einerseits

- - durch 19.2.1.1.1.b) abgedeckt, die Vorschlaege sind ein "offizielles
  Statement" in nicht-interner Sache, und zwar durchaus der Kommission
  oder gar des DBI, nicht nur der Expertengruppe. Ob das nun ein
  Diskussionsbeitrag ist oder ein Regelwerksentwurf, sei dahingestellt,
  es ist nicht irgendein Pamphlet, sondern durch die Gremien mit
  Autoritaet versehen.

- - und andererseits wird durch die Uebernahme der /Herausgeberschaft/
  (issuing) das sich-zu-eigen-machen ausgedrueckt. So wie Frau Payer
  es uns hier die Titelseite geschildert hat, ist das hier eher die
  Kommission und nicht das DBI an sich (das aber vermutlich eine
  Verlagsrolle annimmt, und als uebergeordnete Koerperschaft ohnehin
  nie ganz aus dem Blick verschwinden darf), keinesfalls die Expertengruppe.

Die LCC-PS vereinfacht die Entscheidungen dahingehend, dass (pro Kategorie)
untergeordnete Koerperschaften aus der Betrachtung gestrichen werden, sofern
eine uebergeordnete (in derselben Kategorie?) ebenfalls einschlaegig ist.

Nur die gleichzeitige Herausgeberschaft (zusaetzlich zur Autor-schaft/ship,
brrr) kann eine Koerperschaft in die Creator-Rolle hieven, wo sie
letzendlich eventuelle persoenliche Verfasser im Wettlauf um die
primaere Verantwortlichkeit ausstechen kann. Das duerfte hier aufs DBI
oder die (unter dem DBI unselbstaendig angesetzte) Kommission herauslaufen,
fuer die Entscheidung fehlt uns weniger noch mehr Wissen um die Genese
der Publikation, sondern eher das um die konkrete Gestaltung der Titelseite.



</pre>
      <blockquote type="cite">
        <pre wrap="">Ich versuche mir gerade, einen solchen Vorgang Schritt für Schritt vorzustelle
</pre>
      </blockquote>
      <pre wrap="">n.
</pre>
      <blockquote type="cite">
        <pre wrap="">An die Expertengruppe ist zunächst ein Auftrag der Kommission ergangen. Die
Expertengruppe hat dann ihre Vorschläge zunächst der Kommission präsentiert.
Würde man diese Fassung - also die Arbeitsergebnisse der Expertengruppe,
aufbereitet für die Kommission und mutmaßlich mit einem Handlungsvorschlag
versehen (z.B.: die Kommission möge die Arbeitsergebnisse gut heißen und sie
verbreiten) - katalogisieren, so wäre m.E. die Expertengruppe der geistige
Schöpfer.
</pre>
      </blockquote>
      <pre wrap="">
Moeglicherweise fassen Sie das anders auf als ich: Die "Expertengruppe"
ist selber einer staendige Einrichtung (mit moeglicherweise fluktuierenden
Mitgliedern) gewesen, und die wiederum hat adhoc eine kleine Gruppe von
Experten aus ihren Reihen mit der Ausarbeitung befasst: Deren Ergebnis hat
sich dann zunaechst die Expertengruppe zu eigen gemacht, um sie dann
der Kommission zu praesentieren, die - mit nicht Fachleuten besetzt, die
"Stakeholders" repraesentieren - "nach aussen" etwas sagen darf (ich erinnere
mich nicht mehr genau, aber es war beim DBI eigentlich dieselbe zweistufige
Gremienstruktur wie wir sie auch heute kennen)


</pre>
      <blockquote type="cite">
        <pre wrap="">Nach obiger Analyse kommt man auf die Kommission als ersten geistigen Schöpfer
</pre>
      </blockquote>
      <pre wrap="">.
</pre>
      <blockquote type="cite">
        <pre wrap="">Die namentlich genannten menschlichen Verfasser sehe ich als weitere geistige
Schöpfer an. Auch die Expertengruppe kann berücksichtigt werden und eine
Nebeneintragung bekommen, allerdings nicht als geistiger Schöpfer (RDA 19.2),
sondern als "sonstige Körperschaft, die mit einem Werk in Verbindung steht" (R
</pre>
      </blockquote>
      <pre wrap="">DA
</pre>
      <blockquote type="cite">
        <pre wrap="">19.3).
</pre>
      </blockquote>
      <pre wrap="">
ja, da duerften die meisten koerperschaftlichen "Autoren" landen, sofern
sie nicht selber auch Herausgeber sind.

viele Gruesse
Thomas Berger
-----BEGIN PGP SIGNATURE-----
Version: GnuPG v1
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=PN5k
-----END PGP SIGNATURE-----
</pre>
      <br>
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      <br>
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    </blockquote>
    <br>
    <br>
    <pre class="moz-signature" cols="72">-- 
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